Roger Fehr, Sie sind seit August 2025 bei REMONDIS Recycling in Schaffhausen tätig. Wie sind Sie zu REMONDIS gekommen – und was hat Sie an der Recyclingbranche besonders gereizt?
Beworben habe ich mich im Sommer als Quereinsteiger in der der Recyclingbranche. Zwar bin ich seit vielen Jahren im Aussendienst zuhause, zuvor war ich jedoch rund 20 Jahre in der Telekommunikationsbranche tätig. Recycling war also etwas ganz Neues für mich.
Was mich an der Stelle bei REMONDIS besonders fasziniert hat, war zum einen die Aufgabe im Aussendienst, zum anderen aber auch das Thema selbst. Nachhaltigkeit und Recycling werden immer wichtiger, und das hat mich sehr angesprochen. Ich bin Vater eines zehnjährigen Jungen und bringe ihm schon heute bei, was zuhause getrennt entsorgt werden muss. Für mich ist das extrem spannend, weil es ein Beruf ist, der für die Nachhaltigkeit steht und für unsere Zukunft arbeitet. Nicht nur für uns heute, sondern auch für alles, was nach uns kommt. Deshalb kann ich mit gutem Gewissen sagen, in welcher Branche ich tätig bin und dass ich mit meiner Arbeit dazu beitrage, die Welt vielleicht ein Stück schöner zu machen.
Sie sind im Aussendienst für REMONDIS Recycling Schaffhausen unterwegs. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus und was macht Ihre Arbeit dabei besonders abwechslungsreich?
Ich betreue ein fest zugeteiltes Gebiet – der gesamte Kanton Schaffhausen. Dazu gehören Unternehmen unterschiedlichster Grösse, Gemeinden, aber auch Privatpersonen. Mein Arbeitstag beginnt in der Regel mit einem Blick in die E-Mails, denn viele Anfragen erreichen mich direkt. Da sind beispielsweise Entsorgungen oder Hausräumungen. Danach geht es für mich nach draussen – denn dort gehört der Aussendienst hin. Ich bin viel unterwegs und treffe sowohl bestehende Kundinnen und Kunden als auch potenzielle neue Kontakte. Dazu gehört auch klassische Kaltakquise: Wenn ich beispielsweise bei einer Firma einen Container sehe, der nicht mit REMONDIS beschriftet ist, dann halte ich an und frage, ob das nicht gewechselt werden könnte – mit dem entsprechenden Angebot natürlich (lacht). Gleichzeitig nutze ich Kundenbesuche, um mich persönlich vorzustellen und gemeinsam die aktuelle Entsorgungs- und Recyclingsituation zu besprechen und die Unternehmen vor Ort zu beraten.
Besonders abwechslungsreich macht meine Arbeit genau dieser direkte Kundenkontakt. Kundenbesuche sind für mich klar meine Stärke – ich bin ein geborener Aussendienstler, ihr hört das, ich rede viel und das gehört dazu (schmunzelt). Ich fühle mich im Gespräch vor Ort sehr wohl, vor allem dann, wenn ich gut beraten kann. Kommunikation spielt dabei eine zentrale Rolle, reicht aber allein nicht aus, denn es geht immer auch um fachliche Beratung, um den Austausch über Recyclinglösungen und schliesslich um die Umsetzung. Genau diese Mischung aus Gespräch, Beratung und konkreter Lösung macht meinen Arbeitsalltag so spannend – und ist der Grund, warum ich meinen Beruf im Aussendienst mit grosser Freude ausübe.
Sie betreuen ganz unterschiedliche Kundinnen und Kunden. Wie vielfältig ist Ihr Kundenstamm – und wie viele Termine haben Sie pro Woche?
Ich betreue im gesamten Kanton Schaffhausen Kundinnen und Kunden ganz unterschiedlicher Grösse – vom kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu grossen Unternehmen. Gerade in einer eher ländlich geprägten Region gibt es viele kleinere Betriebe, die für uns genauso wichtig sind wie grosse Kunden.
Es ist natürlich von Woche zu Woche unterschiedlich, es können mal nur 10 sein, wenn es beratungsintensiv ist, aber auch mal über 15. Das ist meist eine Mischung: kleinere Unternehmen, bei denen ein Termin etwa eine Stunde dauert, und grössere Kunden, bei denen schnell ein ganzer Nachmittag eingeplant ist. Dort geht es dann oft um Standort Begehungen und um die Frage, wie Entsorgungslösungen optimal umgesetzt werden können.
Können Sie einmal erklären, wie genau sich Ihre Zeit zwischen Kundenbesuchen und Büroarbeit verteilt?
Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt klar im Aussendienst. Rund 70 Prozent meiner Zeit verbringe ich bei Kundinnen und Kunden, etwa 30 Prozent entfallen auf administrative Aufgaben wie Angebots- oder Vertrags Erstellungen. Diese Arbeiten erledige ich grösstenteils mobil mit meinem Laptop und direktem Zugriff auf die Systeme. Nachbearbeitungen kann ich so auch unterwegs oder zwischendurch im Büro in Schaffhausen erledigen. Das ist gut organisiert und ermöglicht mir, möglichst viel Zeit draussen beim Kunden zu verbringen.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit im Aussendienst bei REMONDIS Recycling besonders gut – und worauf legen Sie dabei besonders Wert?
Am wichtigsten ist für mich eine ehrliche und gut vorbereitete Beratung. Es bringt nichts, etwas zu versprechen, das später nicht umgesetzt werden kann. Deshalb informiere ich mich vor jedem Kundentermin genau: Was braucht der Kunde aktuell, welche Lösung ist realistisch und machbar? Ebenso entscheidend ist die enge Zusammenarbeit mit dem Innendienst und den Chauffeuren. Nur so kann ich sicherstellen, dass das, was ich zusage, auch tatsächlich funktioniert. Transparenz und klare Kommunikation sind dabei zentral, denn der Kunde muss sich auf meine Aussagen verlassen können. Wenn etwas nicht sofort möglich ist, spreche ich das offen an, und das verstehen die meisten Kunden sehr gut.
Gleichzeitig liebe ich, dass es kein typischer Bürojob ist. Ich bin viel draussen unterwegs – egal ob Schnee oder Sonnenschein – und bleibe dadurch in Bewegung. Und natürlich macht der direkte Kontakt zu den Kunden die Arbeit so abwechslungsreich: Jeder Kunde ist individuell, jeder hat andere Vorstellungen und Bedürfnisse, auch wenn wir über die gleiche Abfallfraktion sprechen. Diese Mischung aus Mobilität, Kommunikation und Vielfalt macht den Aussendienst für mich so spannend – kein Tag ist wie der andere.
REMONDIS Recycling verarbeitet jährlich rund 120.000 Tonnen Abfall. Wie lassen sich solche Mengen überhaupt greifbar machen? Nicht nur beim Kunden, sondern auch für Sie selbst?
Solche Gesamtmengen sind auf den ersten Blick schwer vorstellbar. In Reportagen wird oft mit Vergleichen wie Fussballfeldern oder Flugzeugen gearbeitet, um die Dimension zu verdeutlichen. Im Aussendienst spielt das für mich jedoch eine untergeordnete Rolle, weil diese Zahlen im Alltag kaum greifbar sind. Viel konkreter werden die Mengen beim Kunden vor Ort. In den Gesprächen lässt sich gut einschätzen, welche Abfall- und Recyclingvolumen in einem Betrieb monatlich anfallen. Daraus ergibt sich relativ schnell ein realistisches Bild und hochgerechnet auf das Jahr auch ein Beitrag zur Gesamtmenge. So wird aus vielen einzelnen Kunden und individuellen Lösungen am Ende die grosse Zahl. Genau deshalb ist der persönliche Austausch vor Ort so wichtig: Er macht aus abstrakten Tonnen konkrete Projekte und zeigt, wie jede einzelne Entsorgungslösung Teil des Gesamten ist.
Was sind typische Herausforderungen, die Ihnen im Aussendienst bei Kundengesprächen begegnen?
Auch im Recycling‑Aussendienst gibt es Wettbewerbsdruck – das kenne ich aus vielen Branchen. Es kommt vor, dass Mitbewerber ähnliche Leistungen anbieten, und dann entscheidet am Ende der Kunde, welchem Partner er vertraut. Viele unserer Kunden schätzen es, dass wir direkt vor Ort sind, weil jemand aus dem Kanton Schaffhausen sich kümmert und nicht ein Anbieter aus einem anderen Kanton oder gar von der anderen Seite der Grenze. Das ist ein echter Pluspunkt für REMONDIS Recycling in der Schweiz, den man aktiv pflegen muss.
Für mich als Neuling im Team gehört es auch dazu, langjährigen Kundinnen und Kunden zu zeigen: Versuchen Sie es doch mal mit uns. Wir sind nicht nur genauso gut oder sogar besser, sondern bieten Beratung und Lösungen mit regionalem Bezug und persönlichem Ansprechpartner.
Gab es schon besondere oder kuriose Kundenanfragen, die Ihnen im Aussendienst begegnet sind?
Ja, da sind mir tatsächlich zwei Fälle besonders im Gedächtnis geblieben. Einmal hatte ich eine Anfrage von einem Unternehmen, das offenbar über mehrere Monate eine ganze Scheune voller PET‑Flaschen gesammelt hatte. Ich konnte mir zuerst gar nicht vorstellen, wie viel das wirklich ist.
In einem anderen Fall ging es um die Räumung eines Hotels, bei der eine grosse Menge abgelaufener Lebensmittel und Getränke fachgerecht entsorgt werden musste – insgesamt etwa eine halbe Turnhalle voll. Wenn man solche Mengen mit eigenen Augen sieht, ist das zunächst nicht ohne Wirkung. Gleichzeitig ist klar: Es handelte sich um abgelaufene Ware, die nicht mehr verwendet werden durfte und deshalb verantwortungsvoll von REMONDIS Recycling entgegengenommen, fachgerecht getrennt und anschliessend entsorgt werden musste.
Recycling hört bei der Arbeit nicht auf – Wie wirkt sich die Arbeit in der Recyclingbranche auf Ihr Privatleben aus?
Auf jeden Fall! Man sollte Recycling nicht nur im Job leben, sondern auch zu Hause. Aluminium, Papier, Karton, Glas – alles wird bei uns zuhause konsequent getrennt. Das habe ich zwar schon vor meiner Zeit bei REMONDIS getan, aber seitdem mache ich es noch bewusster. Ich bringe Abfälle auch liebend gerne zu unseren Recyclingcentern, treffe Kollegen und tausche mich kurz aus. Früher habe ich Batterien, wie Alkali-Batterien, gesammelt und einfach alles zusammengegeben. Heute trenne ich Lithium-Ionen-Batterien wegen der Brandgefahr getrennt von normalen Haushaltsbatterien. Auch Papier und Karton werden heute sauberer getrennt als früher. Das ist ein kleiner Beitrag, den jeder ganz einfach in seinen Alltag einbauen kann.
Welche Tipps würden Sie jemandem geben, der im Aussendienst in der Recyclingbranche starten möchte?
Ich glaube, wer in den Aussendienst einsteigen möchte, sollte idealerweise schon Erfahrung im Kundenkontakt mitbringen. Ich selbst war Quereinsteiger in der Recyclingbranche, aber kein Quereinsteiger im Vertrieb. Mein „Rucksack“ aus jahrelanger Aussendiensterfahrung hat mir sehr geholfen: Ich wusste, wie man auf Kunden zugeht, Gespräche führt und Lösungen vermittelt. Wer diese Erfahrung noch nicht hat, wird den Einstieg deutlich schwerer haben – besonders, wenn man sich parallel noch mit den Besonderheiten der Recyclingbranche vertraut machen muss.
Mein Tipp: Informieren Sie sich vorab über Recycling – wie funktioniert es, welche Abläufe gibt es in der Schweiz? Wer offen ist, keine Berührungsängste hat und bereit ist, sich auf Neues einzulassen, ist gut vorbereitet. Ich selbst lerne nach fünf Monaten immer noch jeden Tag dazu. Es gibt ständig Änderungen und neue Herausforderungen, aber genau das macht den Job besonders spannend. Und wer kein Problem damit hat, dass Recycling manchmal auch schmutzig ist, ist bestens für den Aussendienst gerüstet.
Sie haben ja bereits Tipps für den Einstieg im Aussendienst gegeben – aber wie haben Sie persönlich die Einarbeitung in die Recyclingbranche und den Umgang mit den verschiedenen Abfallarten erlebt?
Bevor ich bei REMONDIS gestartet bin, habe ich mir bewusst Gedanken darüber gemacht, was auf mich zukommt und welche Herausforderungen mich erwarten. Mein „Rucksack“ aus vielen Jahren Erfahrung im Aussendienst und im Kundenkontakt hat mir dabei sehr geholfen. Neu war für mich vor allem die Recyclingbranche selbst und der Umgang mit den verschiedenen Abfallarten sowie deren fachliche Details.
Um gut vorbereitet zu sein, habe ich mich bereits vor dem Start intensiv informiert, Abfallkalender und Broschüren gelesen und mich mit den Recyclingstrukturen in der Schweiz auseinandergesetzt. Der Einstieg bei REMONDIS wurde mir dann durch ein strukturiertes Onboarding und die grosse Unterstützung im Team deutlich erleichtert. Interne Schulungen haben geholfen, die Materialien nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch kennenzulernen – bis hin dazu, sie selbst in die Hand zu nehmen.
Besonders schätze ich den offenen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen, sei es im Aussendienst, im Innendienst oder auf dem Recyclinghof. Man hilft sich gegenseitig und lernt voneinander. Genau das macht den Einstieg angenehm und den Job so spannend: Wissen weiterzugeben, Lösungen umzusetzen und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Und das Schönste daran ist, dass man jeden Tag etwas Neues dazulernt.
Vielen Dank für das Gespräch!